Argentinien - Das Land

...während deiner Zeit im Land kannst du reisen..., das Land und Nachbarländer kennenlernen, die wunderschönen Landschaften entdecken, das unterschiedliche Klima, die Bräuche, die Leute, die Traditionen, die Lebensweisen - alles ist so anders als in deinem Land in Europa... aber gerade deshalb so faszinierend!  

Mach dich gefasst auf das Abenteuer deines Lebens!  

Wir geben dir einige Anregungen. Schau sie dir mal an!

Argentinien erstreckt sich auf einer Fläche von fast 3,8 Millionen km2, im Süden Südamerikas bis zum Südpol.

In Argentinien findet man subtropische Regenwälder, ewiges Eis, unermesslich grosse Hochebenen, wunderschöne Natur und interessante Städte. Innerhalb Südamerikas ist dieses Land geografisch und klimatisch das abwechslungsreichste, deshalb wird es das Land der sechs Kontinente genannt:

Wo Amerika bis in den Himmel reicht: Die Cuyo-Region, mit dem beeindruckenden Aconcagua-Gipfel. Das Hohe Gebirge und die verschiedenen Vulkane der Anden, Wüsten und Salzlagunen, Täler, Schluchten und La Puna.

Die Anden Patagoniens: Wälder, Seen und Gletscher: Zwischen den Anden und Feuerland wechseln vereiste Berggipfel mit traumhaften Wäldern, gewaltigen Gletschern und herrlichen Seen ab.

Der Regenwald, die grossen Gewässer: Unberührte Vegetation, breite, wasserreiche Flüsse, wilde Fauna, Ruinen der Jesuiten-Missionstationen und die berühmten Iguazú-Wasserfälle.

Geliebtes Buenos Aires: Hauptstadt, kosmopolitischste Metropole Südamerikas und Tor zu einer grossartigen Natur.

Die Pampa, das Land der Gauchos: Bis zum Horizont ziehende Ebenen mit Weiden und weit ausgedehnten Feldern, in denen verstreut herrliche und konfortable Estancias liegen.

Die Atlantikküste Patagoniens: Pinguine, Wale, Seeelefanten und Seehunde. Die lang erstreckte atlantische Küste ist die Heimat einer unglaublich- vielartigen Meeresfauna.

Literatur: Werbungsmaterial vom Tourismus-Ministerium der Argentinischen Republik.

Nordwesten Argentiniens

 

Die Region Noroeste Argentino (NOA) ist eine argentinische Großregion. Sie umfasst den Nordwesten des Landes. Seit 1999 wird sie mit der Región Noreste Argentino zur sogenannten Región Norte Grande fusioniert. Die Verhandlungen dazu sind zwar noch nicht vollständig abgeschlossen, jedoch findet bereits eine ausgedehnte Kooperation besonders in der Wirtschaft statt.

Aus geographischen Gründen wird in einigen Quellen die Provinz La Rioja in die Nordwestregion eingeschlossen, sie nimmt aber nicht am Integrationsprozess in der Región Norte Grande teil.

Folgende Provinzen sind in diese Region eingeschlossen: 

  • Catamarca

  • Jujuy

  • Salta

  • Santiago del Estero

  • Tucumán

Wichtige Städte

Die wichtigsten Städte sind San Miguel de Tucumán (750.000 Einwohner), Zentrum der Zucker- und Schwerindustrie, Salta (480.000 Einwohner), ein touristisches Zentrum, das agroindustriell geprägte Santiago del Estero (360.000 Einwohner) und die Metropole der Stahl- und Petroleumindustrie, San Salvador de Jujuy (320.000 Einwohner).

Geografie

Die Region kann man von West nach Ost in vier Zonen einteilen;

  • die Anden mit der Puna-Hochebene, die in der Region ein sehr trockenes Klima aufweisen und von einer Grassteppe geprägt sind;

  • die Hochtäler, die im Osten und Südosten der Puna in Nord-Süd-Richtung verlaufen und den Charakter von Oasen besitzen;

  • die subtropischen Regenwälder, die einen schmalen Streifen zwischen Tucumán und dem nördlichen Salta bedecken;

  • die Ebene des Gran Chaco, die östlich an die Regenwälder anschließt und ein savannenartiger Dornbuschwald mit weiten Grasebenen ist.

 

Südöstlich dieser Regionen liegen in den Provinzen Tucumán, Catamarca und La Rioja die Sierras Pampeanas, trockene, vom Monte-Buschwald bedeckte Mittelgebirge.

Wirtschaft

Hauptwirtschaftszweige sind die tropische und subtropische Landwirtschaft (Tabak- und Zuckerrohranbau in Tucumán sowie im Osten von Salta und Jujuy), die Petroleumförderung im Nordosten von Jujuy und Salta, die Schwerindustrie (Stahl in Jujuy, Automobilindustrie in Tucumán) sowie in immer geringerem Maße der Bergbau (El Aguilar in Jujuy).

Mit Ausnahme vom vergleichsweise wohlhabenden Salta gehören sämtliche Provinzen des NOA zu den ärmsten Argentiniens, besonders stark ist die infolge des Niedergangs des Zuckerrohranbaus unter einer langen Wirtschaftskrise leidende, überbevölkerte Provinz Tucumán betroffen, in der Unterernährung ein ernstes Problem ist und etwa 20% aller Kinder unter 5 Jahren betrifft. In vielen ländlichen Gegenden liegt die Arbeitslosigkeit bei über 50%.

Tourismus

Der Tourismus in der Region befindet sich wegen der vielfältigen Landschaftstypen und der vielen alten Kolonialstädte der Region im Aufschwung. Besonders attraktive Ziele sind die Quebrada de Humahuaca in Jujuy, eine farbenfrohe Schlucht mit historischen Bauten, die Stadt Salta mit ihren Kolonialbauten und die Nationalparks El Rey, Calilegua und Baritú.

Buenos Aires

Buenos Aires (frühere Schreibweise: Buenos Ayres; offiziell Ciudad Autónoma de Buenos Aires/Autonome Stadt Buenos Aires) ist die Hauptstadt und das politische, kulturelle, kommerzielle und industrielle Zentrum Argentiniens. Der Name kommt von einer Schutzheiligen der Seefahrer, Santa María del Buen Ayre (span. Heilige Maria des Guten Windes) nach der die Gründer sie benannten, um sich damit für die günstigen Wetterbedingungen auf der Anfahrt zu bedanken.

Die offiziell nur 203 Quadratkilometer große Stadt bildet den Kern einer der größten Metropolregionen Südamerikas, dem Gran Buenos Aires mit etwa 13 Millionen Einwohnern. Sie streckt sich heute rund 68 Kilometer von Nordwest nach Südost und etwa 33 Kilometer von der Küste nach Südwesten aus. Sie wird oft als „Wasserkopf“ Argentiniens bezeichnet, da sich hier fast alle wichtigen Institutionen des Landes befinden und in der Stadt und vor allem in der Umgebung etwa ein Drittel aller Argentinier wohnt. Zudem ist sie als einzige Stadt Argentiniens als "Capital Federal" autonom, also nicht an eine bestimmte Provinz gebunden. Sie ist ein wichtiges kulturelles Zentrum und wurde 2005 durch die Unesco mit dem Titel Stadt des Designs ausgezeichnet.

Die Stadt Buenos Aires liegt am Río de la Plata, einer trichterförmigen Mündung der Flüsse Río Paraná und Río Uruguay in den Atlantik, an der Ostküste des südamerikanischen Kontinents durchschnittlich 25 Meter über dem Meeresspiegel.

Das Wasser des Río de la Plata in Buenos Aires ist durch den hohen Eintrag von lehmigem Schlamm trüb. Das Revier weist nur geringe Tiefen auf, im allgemeinen unter 20 Meter, so dass beispielsweise Schiffe mit größerem Tiefgang in der Region ausgebaggerte Fahrrinnen benutzen müssen.

Westlich und südlich von Buenos Aires erstrecken sich die Pampas, das landwirtschaftlich fruchtbarste Gebiet von Argentinien.

Iguazú-Wasserfälle

Die Iguazú-Wasserfälle sind die Wasserfälle des Flusses Iguaçu/Iguazú an der Grenze zwischen dem brasilianischen Bundesstaat Paraná und der argentinischen Provinz Misiones.

Die Iguazú-Wasserfälle bestehen aus 20 größeren sowie 255 kleineren Wasserfällen auf einer Ausdehnung von 2,7 Kilometern. Einige sind bis zu 82 Meter, der Großteil ist 64 Meter hoch. Die Wassermenge an den Fällen schwankt von 1500 m³/s bis über 7000 m³/s. Das umgangssprachlich Garganta del Diablo (span.) beziehungsweise Garganta do Diabo (pt.) oder „Teufelsschlund“ genannte Wasserfallsystem ist eine u-förmige, 150 Meter breite und 700 Meter lange Schlucht. Da die meisten Fälle in Argentinien liegen, ist der größere Panoramablick von der brasilianischen Seite möglich. Die Fälle sind durch mehrere größere und kleinere Inseln voneinander getrennt. Über ungefähr 900 der 2700 Meter fließt kein Wasser. Die Fälle liegen sowohl im argentinischen Nationalpark Iguazú als auch im brasilianischen Nationalpark Iguaçu. Diese wurden 1984 (Argentinien) und 1986 (Brasilien) zum UNESCO-Welterbe ernannt.

Der Name Iguazú hat seinen Ursprung aus den guaranischen Wörtern y für Wasser und guasu für groß. Als erster Europäer entdeckte der spanische Conquistador Álvar Núñez Cabeza de Vaca die Fälle; einer auf der argentinischen Seite ist nach ihm benannt.

In der Nähe liegen die Städte Foz do Iguaçu im brasilianischen Bundesstaat Paraná und Puerto Iguazú in der argentinischen Provinz Misiones und der Stausee Itaipú.

Mythos

Der Mythos der Guarani erzählt die Wasserfälle als Werk des vor Eifersucht rasenden Gottes Mboi oder Boi. Der bösartige und rachsüchtige Gott in Form einer Riesenschlange verlangte jedes Jahr eine Jungfrau. Einmal floh die Auserwählte gemeinsam mit ihrem Geliebten mit dem Kanu flussabwärts. (M)Boi bemerkte dies jedoch und schlug voller Zorn eine Schlucht in das Flussbett. Die Seele des Mädchens blieb in einem Felsen am Fuße des Wasserfalles gefangen und von ihm für immer getrennt, ihr Geliebter verwandelte sich daraufhin in einen Baum am Ufer des Teufelsschlundes, wo er diesen Felsen im Auge behielt.

Nationalparks

Die Nationalparks beiderseits der Wasserfälle wurden 1984 (Nationalpark Iguazú, Argentinien) und 1986 (Nationalpark Iguaçu, Brasilien) in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Sie schützen einen der letzten Reste Atlantischen Regenwaldes und stellen aufgrund des Fremdenverkehrs einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Die Nationalparks sind ein wichtiger Rückzugsraum für die Artenvielfalt auf dem Gebiet des Iguaçu. Hier leben allein etwa 800 verschiedene Schmetterlingsarten. Wilderei durch ärmere Bevölkerungsteile ist ein Problem im Nationalpark und durch die Wachsamkeit der Park-Ranger werden einige Arten in ihrem Bestand gesichert. Dennoch scheint der Riesenotter bereits ausgerottet worden zu sein. Besonders begehrt ist die Haut der Kaimane, die daher entsprechend geschützt werden.

1999 wurde der brasilianische Teil des Parks auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt, weil Anwohner eine bei der Einrichtung des Parks geschlossene Straße wieder eröffneten. Die 17,5 km lange Straße, die den Park in Nord-Süd-Richtung in zwei Hälften zerteilt, erspart den Anwohnern einen Umweg von 130 km. 2001 wurde, nachdem Bundesgerichte die Schließung durchgesetzt hatten, der Nationalpark wieder von der Roten Liste gestrichen. Der politische Streit scheint aber nicht beendet zu sein.

Hinter den Wasserfällen leben und brüten die Rußsegler im Fels, der einzigartige Schutz des Wassers bewahrt sie vor allen natürlichen Feinden. Die einzige Gefahr droht der Population bei Hochwasser während der Regenzeit.

Ruinen der Jesuiten in der Provinz Misiones - San Ignacio Miní

Jesuitenreduktionen waren ein jesuitisches Missionswerk in der Zeit von 1609 bis 1767. Dabei wurden Hunderttausende Indios der indigenen Bevölkerung Südamerikas in festen Siedlungen, genannt „Reduktionen“, zusammengeführt (reducir; reducciones (spanisch) = zusammenführen; Niederlassung, Siedlung). Wegen der später erlangten weitgehenden Unabhängigkeit von der spanischen Obrigkeit, wurden die Jesuitenreduktionen oft als „Jesuitenstaat“ bezeichnet.                 

Die Entdeckung Amerikas Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts durch die damaligen europäischen Großmächte Spanien (Juan Díaz de Solís) und Portugal und die darauf folgende schrittweise, grausame Eroberung (genannt Conqista Lateinamerikas) erschloss enorme Mengen an neue Rohstoffvorkommen. Von Anfang an war beabsichtigt, die Ureinwohner mittels des Encomienda-Systems zu unterwerfen, um die immensen Bodenschätze (besonders Gold- und Silbervorkommen) der neuen Welt ausbeuten zu können.

Weil sich die Großmacht Spanien als Verbreiterin des Christentums im Auftrag Gottes sah, glaubte sie sich zur Eroberung berechtigt. Die Eroberer jedoch suchten Reichtümer, nicht zu bekehrende Seelen. Die Indios wurden weniger als Menschen, denn als Arbeitskräfte gesehen. Dagegen behandelte der Dominikaner und Bischof Bartolomé de Las Casas anfang des 16. Jahrhundert Indios menschlich. Der Franziskaner Luis de Bolaños kam 1575 nach Asunción und entwickelte die Idee der «reducciones» für Indios, um sie so vor der Ausraubung zu schützen.

Zu einer Zeit als die Sklaverei weit verbreitet war, versuchten die eingedrungenen europäischen Unternehmer indigene Arbeitskräfte auch gewaltsam zu rekrutieren. Viele Indios, die sich wehrten, kamen dabei ums Leben. Im 17. Jahrhundert lebten z. B. in der Provinz Santiago del Estero 80.000 Indios, 1750 waren es nur noch 80; in der Provinz Córdoba 40.000, 1750 noch 40.[5] Gleichzeitig waren die portugiesischen und spanischen Kolonialisten bestrebt, die europäische Kultur und das Christentum zu verbreiten.

Die ersten missionarischen Schritte hatte die Katholische Kirche in direktem Zusammenhang mit den Eroberungsfeldzügen der Konquistadoren unternommen. Schon im Zeitraum von 1547 bis 1582 wurden in Paraguay, Tucumán und Buenos Aires Diözesen errichtet.[5] Die frühesten Glaubensverkünder im Subkontinent waren Wanderprediger als Gefolge oder Vorhut der erobernden Armeeteile. Deren Wirkung war mäßig, da sich die neuen Glaubensansichten mit dem Heidentum vermischten. Diese Missionierung in Verbindung mit der gewaltsamen Eroberung, traf meistens auf ablehnende, oft auch feindselige Reaktionen der Ureinwohner, die nun nicht nur ihre sozio-politische, wirtschaftliche und kulturelle Selbständigkeit, sondern auch ihre religiösen Anschauungen verlieren sollten.

Aus diesen Erfahrungen rührte bei einigen Kolonialisten der Versuch, den christlichen Glauben auf neue Weise zu ve rbreiten. Daraufhin entstanden Vorformen der späteren Reduktionen. Diese gab es schon in der Frühzeit der Kolonialisierung Amerikas als Mittel zur besseren Ausbeutung der indianischen Arbeitskraft auf den Antillen. Dort wurden die Reduktionen im heutigen Guatemala von Franziskanern, Mercedariern, Kapuzinern, Dominikanern und Hieronymiten erstmals als Instrument der Glaubensverkündigung angewendet.

 

Staat und Kirche

Im 17. und 18. Jh. waren in  Portugal und Spanien Staat und Römisch-katholische Kirche miteinander verbunden. Die jeweilige Monarchie bestimmte, wer als Missionar zugelassen wurde, die Obrigkeit setzte die Missionsmethode fest, verfügte Bischofsernennungen und Kirchenorganisationen. Die missionarische Durchdringung Südamerikas konnte nur mit dem militärischen Schutz und der materiellen Unterstützung der Krone gelingen. Durch den Strukturverbund von Staat, Kirche und Missionswerk entstanden ernsthafte Spannungen.

Heiliges Experiment

Kurz nach der Gründung der Gesellschaft Jesu durch Ignatius von Loyola (1540) bat ihn Portugals König Joâo III um Entsendung einiger Patres in die amerikanischen Besitzungen der portugiesischen Krone. Dies weil die Jesuiten bei deren Missionen zur Verbreitung des Glaubens besondern Wert auf Anpassungsfähigkeit („Akkommodation“) und Kulturaustausch legten, um auf diese Weise den menschlichen Bedürfnissen der Indios und deren Würde am besten gerecht zu werden. Darauf betraten die ersten Jesuiten 1549 amerikanischen Boden, allerdings nicht mehr als die ersten Missionare. Man versprach sich von ihnen eine große Hilfe zur Förderung des Friedens, um dadurch eine Verbesserung der Bekehrung und Ausbildung der Einheimischen zu erreichen.

Kurz nach der Gründung der Gesellschaft Jesu durch Ignatius von Loyola (1540) bat ihn Portugals König Joâo III um Entsendung einiger Patres in die amerikanischen Besitzungen der portugiesischen Krone. Dies weil die Jesuiten bei deren Missionen zur Verbreitung des Glaubens besondern Wert auf Anpassungsfähigkeit („Akkommodation“) und Kulturaustausch legten, um auf diese Weise den menschlichen Bedürfnissen der Indios und deren Würde am besten gerecht zu werden. Darauf betraten die ersten Jesuiten 1549 amerikanischen Boden, allerdings nicht mehr als die ersten Missionare. Man versprach sich von ihnen eine große Hilfe zur Förderung des Friedens, um dadurch eine Verbesserung der Bekehrung und Ausbildung der Einheimischen zu erreichen.

Eine 1603 abgehaltene Synode sprach sich für Maßnahmen gegen die Ausbeutung der Indios aus, indem man diese von Spaniern trennen sollte um eine erfolgreiche Missionierung zu erreichen. Damit erhielten die Jesuiten das Recht, ihr Reduktionssystem innerhalb des spanischen Kolonialgebietes anzuwenden. Dieses Unternehmen wurde bald bewundernd und später spöttisch als „Heiliges Experiment“ bezeichnet.

Nachdem die Jesuiten zuerst nur unter den Kolonisten Südamerikas wirkten, beteiligten sie sich ab 1576 an der Mission unter den Indios. Diese begannen zuerst im Osten Perus am Titicaca-See, wo Vorstellungen und Modelle für die Indiomission erarbeitet wurden, um die schwer zugängliche indigene Bevölkerung im Tiefland zum Evangelium zu gewinnen. Die ersten Erfahrungen waren wegweisend für die integrierende Missionierung in anderen Teilen des Kontinents, wie in Ecuador, Bolivien und besonders ab 1588 in Paraguay, bei den dort ansässigen Guaraní. 

Die Anstrengungen der Jesuiten konzentrierte sich auf die Vermeidung der Schwierigkeiten des Encomienda-Systems wie Unterdrückung der der Indios mit Gewalt mit folgender Verabscheuung der Religion der Unterdrücker und deren Beispiel. Der Geist der Reduktionen entsprach daher einem anti-kolonialen Experiment, und war so letztlich nicht kompatibel mit den Zielen der Kolonialmächte – ja diesen diametral entgegengesetzt.[7] Dieses Vorhaben der Jesuiten, das vom spanischen König Felipe III. mächtig unterstützt wurde, provozierte eine Feindseligkeitswelle der Kolonisten. Dagegen erließ der König eine Anzahl von Dekreten und erlaubte finanzielle Zuwendungen aus der Staatskasse um das Problem der Unterdrückung der Indios auf diese Weis e legal zu regeln.

Aufbau weiterer Reduktionen

Da sich die Reduktionen offensichtlich bewährten wurden sukzessive weitere aufgebaut, so dass es letztlich total rund 100 Siedlungen wurden. Deren Bewohnerzahlen variierten beträchtlich, da es immer wieder Epidemieattacken gab, denen die Indios wegen mangelnder biologischer Resistenz oft erlagen.

Bei den Guaraní entstanden im Raum des heutigen Paraguay sowie in den heutigen argentinischen Provinzen Misiones und Corrientes und im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul letztendlich 30 Guaraní-Reduktionen, mit im Jahr 1732 maximal über 140.000 Bewohnern. Im Zeitraum 1610-1768 wurden dort über 700.000 Indios als Christen getauft. Im Raum der Chiquitos, im Nordwesten des derzeitigen Bolivien, wurden zwischen 1696 und 1790 10 Chiquitos-Reduktionen mit im Jahr 1765 23.288 Bewohnern (4.981 Familien) aufgebaut. In den 3 Reduktionen der Taruma (zwischen den Guaraní und den Chiquitos in San Joaquin, San Estanislao und Belen) wohnten 1766 3.777 Menschen in 803 Familien. Bei 11 verschiedenen Indio-Stämmen im Gran Chaco wurden zwischen 1735 und 1767 15 Reduktionen gegründet mit über 17.000 Bewohnern, davon wurden 5.000 christianisiert. Weitere Reduktionen wurden bei den Chiriguanos und Mataguayos in Tucumán und Nord-Patagonien (Terra Magallonica) errichtet wie z. B. Nuestra Señora del Pilar.

Die meistens neben einem Fluss auf einer Anhöhe großzügig angelegten Dorfgemeinschaften boten je ab 350 bis 7.000 und mehr Indios ein gemeinsames, sicheres Zuhause. Die Felder für den Anbau von Getreide, Zuckerrohr, Baumwolle, Mate, etc. dehnten sich in weitem Umkreis aus. Weiter entfernt standen Industriegebäude wie z. B. eine Ziegelei, Getreidemühle, Gerberei oder ein Stampfwerk etc. Jede Reduktion verfügte auch – oft in weiter Entfernung liegend – über eine Estancia (Landwirtschaftshof) für die Herstellung pflanzlicher oder tierischer Erzeugnisse. Diese Höfe waren je nach Gefährdung mit Schutzgräben oder -wänden, Pfahl- oder Dornenzäunen umgeben. In der Estancia von Jesús María wurde auch der erste amerikanische Wein für den Export angebaut.

Im Mittelpunkt jeder Reduktion stand die beeindruckende, dreischiffige, sorgfältig und kunstvoll mit Kruzifix und Marienstatue ausgestattete, von Bäumen beschattete Kirche mit Glockenturm. Diese war flankiert einerseits vom Wohnhaus der Patres mit der Schule und auf der anderen Seite vom mit einer Säulenhalle ausgestatteten Friedhof mit Totenkapelle. Neben der Patres-Unterkunft befand sich das Volkshaus mit den Vorratsspeichern und den Werkstätten. Ebenfalls gab es ein Witwenhaus (gotiguazu) und ein Hospital. Um den imposanten Kirchplatz gliederten sich reihenweise aufgestellt die einstöckigen aus Lehmziegeln oder Steinen solide erbauten Wohnhäuser der Indios. Die Dächer waren aus Feuerschutzgründen ausnahmslos mit Ziegeln bedeckt. Die pro Haus 4 bis 6 Wohnräume für Familien mit 4 bis 6 Personen waren ca. 4.5 mal 6 Meter groß und durch geflochtene Zwischenwände unterteilt. An den Vorder- und Hinterseiten der Häuser war ein Säulengang angebracht, so dass sich jedermann auch bei Regen in der Siedlung bewegen konnte. Die Straßen waren oft auch befestigt. Am Dorfrand stand ein Besucherhaus.

Um die Kommunikation und den Verkehr zwischen den einzelnen Reduktionen zu ermöglichen wurden leistungsfähige Straßen und Wege über oft große Distanzen erstellt. Auch wurden die vorhandenen Wasserwege benutzt: Die Missionare hatten nicht weniger als 2.000 kleinere und größere Boote allein auf dem Río Paraná im Einsatz, wie etwa gleich viele auf dem Río Uruguay mit seinen Häfen, wie z.B. Yapeyú.

Sumpfgebiet Iberá

Die Esteros del Iberá sind ein 13.000 km² großes Sumpfgebiet in Argentinien. Es liegt in der Provinz Corrientes, im Nordosten des Landes, im Grenzgebiet zu Brasilien und Paraguay.

Der Name "Iberá" stammt aus der Sprache der Guaraní und bedeutet helles Wasser. Das Gebiet ist eine Mischung aus Sumpf, Moor, Seen und Lagunen. Die Esteros del Iberá sind nach dem Pantanal in Brasilien das größte Feuchtgebiet der Erde. 

Seit 1982 sind die Esteros del Iberá Teil einer Schutzzone, die 14% der Provinz Corrientes ausmacht und damit das grö ßte Schutzgebiet in Argentinien darstellt. Das Gebiet ist auch eines der  wichtigsten Süßwasser-Reservoirs des Kontinents. 245 km² fallen als Feuchtgebiet internationaler Bedeutung  seit 2002 unter das Ramsar-Abkommen.  Die Unesco prüft zur Zeit die Aufnahme ins Welterbe. 

Die Esteros del Iberá sind bekannt für ihre Artenvielfalt, darunter der Neotropische Otter, der Mähnenwolf, der Pampashirsch und der Sumpfhirsch. Außerdem leben dort Alligatoren, Kaimane, der Capybara (Wasserschwein) und ungefähr 350 Vogelarten. In einem Großteil des Gebiets ist die Jagd verboten.

 

Quelle: Wikipedia