Luis aus München

Dem erwartet plötzlichen Ende entgegen

Plötzlich kommt das Ende eines Jahres, in meinem Fall das Ende meines FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr). Mein Flug zurück nach Deutschland ist noch 11 Wochen entfernt. In den letzten 9 Monaten habe ich hier in der Wachnitz-Stiftung viele Erfahrungen gemacht.

In Deutschland studiere ich Deutsch, Latein und Spanisch auf Lehramt, im achten Semester. Um während meines Studiums einmal in einem spanischsprachigen Land zu leben und ein anderes Berufsfeld als Lehrer kennen zu lernen, habe ich mich entschlossen, am kulturweit-Programm des Goethe-Instituts teilzunehmen. In meiner Bewerbung hatte ich besonderen Wert auf Argentinien gelegt, ein Land, das ich bereits zweimal besucht hatte, in den Jahren 2011-2012 und 2017.

Obwohl ich Iguazu bereits kannte, war es etwas anders, hier zu leben: der Missionesdschungel, die rote Erde, die großen Flüsse, das warme Klima, das Misiones-Spanisch, die Stadt Eldorado. Eine Stadt mit viel Geschichte, unentschieden, ob sie eine argentinische Großstadt oder eine gediegene Einwanderersiedlung sein möchte.

Ich bin in einer Zeit des Wandels in der Stiftung angekommen: Generationenwechsel, neue Projekte und viele andere spannende Aufgaben. Bereits in den ersten Monaten konnte ich in allen Bereichen der Stiftungsarbeit mithelfen: Konversationskurs, Prüfungsorganisation, CReDA-Ausbildung, Museumsausstellungen, TV- und Radioprogramm, Schüleraustauschprogramm, Au-Pair-Programm und die Sommercamps im Tageskinderheim "Betania". Die ersten drei Monate vergingen wie im Flug.

Im Dezember und Januar besuchte ich den nordwestlichen Andenteil Argentiniens und Boliviens. Nach dieser Reise war ich mit der Organisation der Sommercamps beschäftigt.

Mitte März kam Franziska, eine weitere Freiwillige von kulturweit, und ab April kam Sophia, unsere Praktikerin, zu uns. Nach dem ersten Teil des Jahres, in dem ich als einziger junger Deutscher in Eldorado gelebt hatte, änderte sich dies.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass meine Zeit hier fast perfekt war: Ich kam nach Eldorado, um ein neues Arbeitsfeld kennenzulernen, und ich wollte arbeiten. Als "Hauptstadt der Arbeit" gab mir Eldorado diese Möglichkeit mit der Menge an Aufgaben, die es zu bewältigen galt. In der Stiftung hatte ich immer die Möglichkeit, meine eigenen Ideen einzubringen und  Projekte mit zu gestalten. Mit dem Vertrauen unserer Direktorin Gisela konnte ich viele meiner eigenen Ideen verwirklichen. Da die tägliche Arbeit in der Stiftung in der Landessprache erfolgt, haben mir vor allem meine Spanischkenntnisse geholfen.

Allen Interessierten kann ich sagen, dass sich ein Jahr Freiwilligenarbeit in der Wachnitz-Stiftung lohnt!

Luis Schäfer

09/17 – 08/18